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Donnerstag, 29. November 2018

Jahresrückblick 2018



Wir können auf ein sehr ereignisreiches und erfolgreiches Jahr zurückblicken mit zahlreichen schönen Veranstaltungen.
Das Jahr begann mit einer Soiree im Hotel Gude in Kassel,


im etwas exklusiveren Separee des Restaurants Pfeffermühle wurde opulent getafelt und die das kommende Jahr besprochen.

die erste kleinere Veranstaltung folgte auch sehr schnell, durch eine erneute Einladung des Vereins Bürger für das Welterbe, die den Landgrafen von Hessen-Kassel mit kleiner Entourage zum Eröffnungskonzert der Wasserspielsaison ins Ballhaus Wilhelmhöhe einluden. 



Mit Händels Wassermusik begann dann auch für uns offiziell die Living-History Saison 2018


Auf Einladung der Museumslandschaft Hessen-Kassel gestalteten wir einen Programmpunkt zum großen Gartenfest in der Orangerie in Kassel. Das Fest stand unter dem Motto „Zu Tisch! Esskultur in Schlösser und Gärten“ zudem war es eine weitere Veranstaltung des Themenjahres der Museumslandschaft, die 2018 das Leben und Wirken des Landgrafen Karl von Hessen-Kassel in den Mittelpunkt stellte.
Hier starteten einige unserer Gruppenmitglieder mit einer neuen Hochbarocken Darstellung um 1700. Auch wurde opulent getafelt mit extrem aufwendigen Tafelaufsätzen aus Blumen, Früchten und Zucker.


Es ging in den Sommermonaten weiter mit den beleuchteten Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe. Insgesamt vier Mal trafen sich Mitglieder der Cour de Cassel, der Gesellschaft für Hessische Militär- und Zivilgeschichte und viele befreundete Darsteller, um gemeinsam im Schlosspark an die Gartenfeste der Landgrafen von Hessen-Kassel zu erinnern. Höhepunkt war die abschließende Museumsnacht.







Ebenfalls in den Sommermonaten fand das Höfische Gartenfest in Darmstadt statt, hier kamen mehr als 50 Darsteller zusammen. Auch an dem Forstjäger im Hessenpark beteiligten sich einige Mitglieder als Darsteller.



Wie jedes Jahr fand auch diesmal wieder die größte Reenactment Veranstaltung für das 18. Jahrhundert, die Zeitreise ins 18. Jahrhundert, im Schlosspark Fasanerie in Eichenzell bei Fulda statt.
Allerdings verzichteten wir in diesem Jahr aufgrund diverser Krankheitsausfälle auf den Aufbau des Hofzeltes und der Inszenierung einer Hofhaltung. Auch im nächsten Jahr wird sich die Beteiligung der Cour de Cassel an der Veranstaltung stark verändern: Ein neues Konzept ist in Vorbereitung.





Der Höhepunkt des Jahres und für uns die zentrale Veranstaltung war die
Hofhaltung im 18. Jahrhundert im Palais Hohhaus in Lauterbach.
Zum zweiten Mal fand eine Zusammenarbeit mit dem Museumsverein Hohhaus statt, und wieder übernahm das Palais als Stellvertreter die Rolle des zerstörten Landgrafenschlosses in Kassel.
An zwei Tagen wurden verschiedene Aspekte des damaligen Hoflebens gezeigt.









Die Saison wurde mit einer kleinen, aber exquisiten privaten Soirée im Kreise lieber Freunde beschlossen, in schwedischer Hoftracht zu Ehren des schwedischen Königs Gustav III. :gustafs skål!





Wir freuen uns auf eine gemeinsame, neue Saison 2019 – es gibt viele Ideen und Pläne und zahlreiche interessante Veranstaltungen sind bereits fest im Terminkalender, neben der alljährlichen Zeitreise ins 18. Jahrhundert in Fulda vor allem die Lebendigen Barocktage im Schloss Bückeburg mit dem Thema „Schlacht bei Minden 1759“

Samstag, 13. Oktober 2018

Hofhaltung im 18. Jahrhundert - Teil 2

Eine historische Belebung des Palais Hohhaus in Lauterbach

Am 6. und 7. Oktober 2018 wurde das Palais Hohhaus zum zweiten Male von der Gesellschaft für Hessische Militär- und Zivilgeschichte e.V. historisch belebt.
Das Palais Hohhaus übernahm dabei, gewissermaßen als Vertretung, die Rolle des zerstörten alten Landgrafenschlosses in Kassel.
Georg Friedrich Riedesel ließ das Palais in den Jahren 1770 - 1778 erbauen, die Innendekoration ist ein wunderbares Beispiel für spätes Rokoko, einige Räume sind jedoch auch im Empire und Biedermeier eingerichtet. Die historische Belebung des Palais Hohhaus ist eine Zusammenarbeit mit dem Museumsverein Hohhaus in Lauterbach.



Fotos: Ruben König: Zerstreuungen des Hofes im Garten
 










Die Szenerie

1776: Seine hochfürstliche Durchlaucht Landgraf Friedrich II. ist nach der morgendlichen Jagd zurückgekehrt und hält Hof. Man feiert die erste große Subsidienzahlung aus England. Gezeigt wurde der Alltag am Hof zu Hessen-Kassel, alltägliche Zeremonien, der Zwang der Etikette, Ausschweifung der elitären Hofgesellschaft, die sich mit Intrigen, Glücksspiel und anderen Zerstreuungen die Zeit bei Hofe vertreibt.
Die Darsteller nahmen die Besucher mit auf eine unvergessliche Zeitreise in die Epoche des ausgehenden Rokoko: Prächtige Hofroben, die teilweise nach tatsächlichen Vorbildern des hessischen Hofes um 1770 aufwendig angefertigt wurden, rekonstruierte Etikette der damaligen Zeit, authentisches Hofleben in Kombination mit den historischen Räumen machten Hessische Geschichte lebendig.



Fotos: Ruben König: das Treiben an der Residenz des Landgrafen


















Die Veranstaltung war, im Gegensatz zu den meisten anderen höfischen Veranstaltungen nur angemeldeten bzw. eingeladenen Darstellern zugänglich. Dadurch wurde zum einen sichergestellt, dass die Qualität der Darstellung einem musealen Rahmen angemessen ist, zum anderen fanden sich Darsteller ein, die sich zum allergrößten Teil gut kannten und so gemeinsame Programmpunkte im Vorfeld erarbeiten konnten und im Bedarfsfall auch auf neue Situationen reagieren und improvisieren konnten. Zudem fasst das kleine Stadtpalais nur eine stark begrenzte Zahl von Personen und natürlich wurden Mitglieder der Gesellschaft für Hessische Militär- und Zivilgeschichte e.V. bevorzugt.
All diejenigen die mit uns freundschaftlich verbunden sind und keine Einladung erhielten, nehmt es uns nicht übel – wir werden wir versuchen bei einer möglichen Neuauflage Euch unbedingt zu berücksichtigen – tretet dem Hessenmilitär bei, dann seid Ihr dabei ;) Wir hatten nicht erwartet, dass das Interesse so dermaßen groß ist.

Insgesamt fanden sich ca. 50 Darsteller in Lauterbach ein, neben den Adelsdarstellern der Cour de Cassel und befreundeten Adelsdarstellern auch das Infanterieregiment No.12 Erbprinz von Hessen Darmstadt sowie einige Jäger vom Hessen-Kasselschen Jägercorps.


Fotos: Ruben König: das Treiben an der Residenz des Landgrafen
















Auch war die Veranstaltung nicht als „Bespaßung“ für Wochenendprinzessinnen konzipiert, die sich allzu oft in Tanzerei erschöpfen, sondern wir nutzten die Möglichkeiten zum Experimentieren und stellten Aspekte des Hoflebens in den Focus, die ansonsten kaum Beachtung finden. Allen Darstellern, die sich auf das Projekt in Lauterbach einließen, war bewusst, dass es darum gehen würde dem Alltag an einer Residenz möglichst nahe zu kommen. Dies bedeutete auch historische Behördengänge, langwierige, steife und extrem formelle Empfänge und Zeremonien, das Hausieren in den Vorzimmern und das bilden von Seilschaften – man musste dem Rollenspiel zugeneigt sein. Natürlich gab es auch kommentierte Programmpunkte speziell für Besucher. Und exklusiv nur für die Teilnehmer ganz besondere Momente, wie der abendliche Spielsalon im Kerzenschein mit Musik, der am Kasseler Hof laut historischen Quellen an der Tagesordnung gewesen ist.
Das Leben bei Hofe war keinesfalls nur Müßiggang, sondern durchaus anspannend, verpflichtend und anstrengend.

Das Ziel war es, dies auch den Besuchern zu vermitteln, und eine möglichst glaubhafte Atmosphäre zu erzeugen – was uns, nach Aussagen sowohl unserer Teilnehmer, als auch Besucher und Presse wohl gelungen ist.




Fotos: Ruben König: Empfänge, Staatsakte und Festlichkeiten
















Wir bedanken uns bei allen Beteiligten – Eure Darstellungen waren vorbildlich und ihr habt exzellent gespielt. Ganz besonderem Dank gilt der Familie Wellstein, die den Löwenanteil der Logistik organsierten und die Veranstaltung in ihrer Heimatstadt überhaupt erst forcierten. Unser Dank gilt der unterstützenden Gastronomie und natürlich dem Museumsverein Hohhaus mit ihrer Präsidentin Ursula Wittmer und ihrer Stellvertreterin Pfnorr Leihner.


Herzlichen Dank auch an Ruben König, der uns die Fotos zur Verfügung stellte.

Für uns geht damit die offizielle Saison 2018 zu Ende, ein großartiges Jahr mit vielen schönen und gelungenen Veranstaltungen.