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Montag, 21. Oktober 2019

Dienstag, 15. Oktober 2019

Konzert im Ballhaus





am 1. Mai waren Mitglieder von Cour de Cassel zum alljährlichen Konzert im Ballhaus eingeladen.
Mit diesem Konzert wird die Saison der Wasserspiele eröffnet.

Dieses Jahr war Landgraf Wilhelm IX. (1785-1803 Landgraf von Hessen-Kassel, 1803 - 1821 Kurfürst von Hessen) mit einem kleinen Hofstaat als Ehrengast auf Einladung des Vereins Bürger für das Welterbe e.V. anwesend.


Das Orchester der Musikhochschule "Louis Spohr" unter der Leitung von Ulrich Moormann spielte eine Suite aus Händels Wassermusik, Haydns Trompetenkonzert (Helmuth Pöhner als Solist) und Beethovens Sinfonie No.6 "Pastorale".




Eine Veranstaltung des Vereins Bürger für das Welterbe e.V. in Kooperation mit der Museumslandschaft Hessen-Kassel.

















Montag, 8. Juli 2019

Fotosession in Wien


Spontan organisierten wir eine kleine Fotosession im Stift Klosterneuburg bei Wien.
4 besonders prächtige und aufwendige Kostüme inszenierten wir in den historischen Räumlichkeiten.


Die schwarze Staatssoutane geistlicher Landesherren im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.
Diese spezielle Soutane war eine deutsche Besonderheit. Sie wurde ausschließlich im Reich getragen und nur von Geistlichen die gleichzeitig auch eine weltliche Herrschaft hatten: Fürstpröbste, Fürstäbte, Fürstbischöfe und die 3 geistliche Kurfürsten.



Die Soutanen konnten aus Seidenbrokat sein (also gemustert, aber schwarz in schwarz), oder wie hier aus schwarzem Seidenatlas. Die Besonderheit ist der reiche Spitzenbesatz und die außergewöhnliche Ärmelgestaltung. Je nach Ordenszugehörigkeit oder Region wurden unterschiedliche Beffchen oder Kragen getragen. Das Staatskleid kam mit der Auflösung des Reiches 1806 und der Säkularisierung außer Gebrauch.
Die Gestaltung dieses Kostüms orientiert sich an dem Benediktiner Kragen der Fuldaer Fürstbischöfe.


 

Das spanische Mantelkleid wurde endlich am passenden Ort inszeniert, im Thronsaal Kaiser Karl VI.
Dieses Hofkleid war für die Hofhaltung des Kaisers in der Wiener Hofburg gedacht. In der täglichen Hofhaltung wurde das Mantelkleid in schwarz getragen, an Galatagen dann in Gold.
Bei festlichen Anlässen wie den Kaiserkrönungen in Frankfurt, wurde dieses Staatskleid auch außerhalb der Wiener Hofhaltung getragen.



Auch zum ersten Mal vereint, die Chorkleider des Kardinals und des apostolischen Nuntius
Das Chorkleid ist im engeren Sinne kein Lithurgisches Gewand sondern dient vielmehr der Repräsentation. So wird die Cappa Magna auch nach dem Einzug in die Kirche abgelegt und durch Pontifikalgewänder ersetzt.


Bei der höfischen Gala ist die Cappa Magna jedoch unverzichtbar.
Die Vollständige Chorkleidung besteht aus der Soutane, mit 33 handbezogenen Knöpfen (symbolisch für die 33 Lebensjahre Jesu Christi). Dann das Zingulum, die Bauchschärpe, mit zwei wertvollen großen Bouillonquasten (ebenfalls nach historischen Vorbildern angefertigt, bzw. antiken Originalen). Das Zingulum symbolisiert die Keuschheit – in früherer Zeit wurde beim Anlegen auch ein entsprechendes Gebet gesprochen.





Darüber wird das Rochett getragen. Prälaten tragen kein Chorhemd. Das Rochett unterscheidet sich dadurch, dass es kürzer ist und enganliegende Ärmel hat. Beide Rochetts sind antike Originale mit kostbarer Spitze.
Die Cappa Magna, die Schleppe mit der Kapuze soll in manchen Fällen bis zu 16 Metern lang gewesen sein. Die Schleppen hier sind etwas bescheidener, 10 Meter beim Kardinal, etwa 8 Meter beim Nuntius.

Und schließlich die Kopfbedeckungen, der Pileolus, das Scheitelkäppchen und das Birett, beides ebenfalls mit dem gleichen Seidenmoire gefertigt.
Beim Birett wurde darauf geachtet, dass hier die höhere, altmodische Form des 18. Jahrhunderts umgesetzt wurde.





Natürlich verfügen alle Prälaten über entsprechende Ringe und Pektorale (Brustkreuze)
Der Kardinal trägt das Pektorale allerdings unsichtbar unter der Cappa Magna, dafür aber den Orden vom heiligen Geist (Ordre du Saint Esprit) sichtbar über dem Hermelin.


die Pektorale, von links: Fürstbischof, Kardinal und Nuntius




Dienstag, 4. Juni 2019

Welterbetag 2019 im Schlosspark Wilhelmshöhe, Kassel.



Auf Einladung des Vereins Bürger für das Welterbe e.V. traf sich eine größere Gruppe im wunderschönen Bergpark. Anlass war die begonnene Restaurierung der Pagode, bzw. des Buddhas im Inneren im chinesischen Dorf Mulang, am Rande des Bergparks.








Mulang wurde im 18. Jahrhundert auf Befehl Landgraf Friedrich II., gemäß der damaligen Chinamode, in den Jahren 1782 - 1785 errichtet. Das Dorf Mulang hat die Jahrhunderte und Kriege fast unbeschadet überstanden. Neben den zehn Wohngebäuden sind die Pagode, das Milch- und das Küchenhäuschen erhalten. Da echte Asiaten damals nicht zur Verfügung standen, wurden hier die Hofmohren einquartiert. Heute dienen einige der Häuser als Gästequartiere der Museumslandschaft oder sind vermietet.
Im Prinzip ist Mulang unser Kasseler Hameau und eher selten besucht, da die Anlage auch recht unbekannt ist und abseits der Hauptattraktionen liegt.

















Zerstört wurden unter anderem eine Windmühle, eine Moschee und ein Speisesaal. In den Anfangsjahren führte ein Flüsschen durch das Dorf, der aber schon 1791 weichen musste als der Lac im Bergpark angelegt wurde. Die bunte, exotische Bemalung der Häuser existiert heute leider nicht mehr, so dass nur der strenge Klassizismus übrig geblieben ist. Der Buddha im Inneren der Pagode ist so schwer beschädigt, dass er durch eine Replik ersetzt werden wird. Durch den Einsatz des Vereins Bürger für das Welterbe konnte nun eine Replik der Figur realisiert werden, die derzeit von dem Bildhauer Siegfried Böttcher angefertigt wird.


 





Zum Welterbetag wurde "Cour de Cassel" außerdem für den beständigen Einsatz um die Geschichte der Landgrafschaft Hessen-Kassel vom Verein Bürger für das Welterbe mit einer Auszeichnung geehrt.
Wir bedanken uns für diese Anerkennung, insbesondere bei der Vorsitzenden Frau Brigitte Bergholter und der stv. Vorsitzenden Frau Brigitte Noll.

Fotos: © Heidelbergensis